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Mut sich zu verlaufen

Weshalb sollen wir raus in die Natur? Diese Frage ging an den Bergführer und Lundhags-Freund Urban. Er erzählt vom Mut sich zu verlaufen, dass ein Goldfischhirn eine große Hilfe sein kann und warum er an Krücken rausgegangen ist, um die Bieber zu beobachten.

”Die Antwort darauf, warum wir wandern sollten, findet sich in unserem Körper und Gehirn. Wir sind ständig im Internet und alles dreht sich unendlich schnell. Aber der Körper und das Gehirn sind altmodische Konstruktionen, sie wollen auch immer mal wieder langsam arbeiten. Deshalb tut es uns gut, in Bewegung zu sein”, sagt Urban.

Beim Wandern hat man ruhige visuelle Eindrücke und gleichzeitig ruht das Gehirn aus und erholt sich. Man kann im Herbst hören, wie die Blätter rascheln, man kann im Winter spüren, wie der Schnee unter den Stiefeln knirscht, und man kann im Spätsommer das Aroma der Blaubeeren schmecken. Wenn man in der Natur ist, findet der Körper ein besseres Gleichgewicht, eine Art Wohlfühlposition. Also warum nicht mit dem Wandern beginnen?

Reicht eine Stunde?

”Die Antwort liegt bei jedem Einzelnen. In seinen Gedanken. In seinen Gewohnheiten. Manche denken, ich geh’ später raus, wenn die grauen Wolken aufgerissen sind. Vielleicht regnet es ja? Und manche glauben nicht, dass eine Stunde reicht”, sagt Urban.

Aber die beste Wanderung musste nichts Außergewöhnliches sein. Es muss keine Woche in den Bergen sein. Ein oder zwei Stunden am Wochenende oder abends in Woche sind ausreichend. Dem Körper bekommt es gut, eine Weile in der Natur zu sein, und die beste Zeit zum Wandern ist immer jetzt. Niemals später. Nicht in einer Woche, nicht in einem Monat oder noch später. Die Natur hat immer fünf Sterne, sobald man rausgeht. Also nicht warten, sondern jetzt rausgehen.

Nur keine Angst, sich schmutzig zu machen

Manche glauben, dass Spezialausrüstung ein Muss ist. Gore-Tex-Rucksäcke, teure Wanderstiefel und neonfarbene Unterwäsche. Aber für das Alltagsabenteuer reicht das, was man zuhause im Schrank hat. Jeans, Stiefel oder Lederschuhe, eine Jacke und raus geht’s. Nur keine Angst, sich ein bisschen schmutzig zu machen oder nass zu werden! Das vergoldet das Dasein.

”Andere Tipps um rauszukommen und zu wandern sind, mit Bird Watching zu beginnen oder mehr über die Pflanzenwelt zu lernen. Diesen Tipp wende ich selbst an, und er funktioniert immer noch super bei mir. Wahrscheinlich habe ich ein Goldfischhirm und es bleibt einfach nichts hängen, ich muss nämlich jedes Jahr wieder neu anfangen. Ich vergesse immer wieder die Namen von Vögeln oder Moosen und Flechten”, sagt Urban.

Eine gute Gelegenheit mit dem Wandern zu beginnen, kann Besuch sein, der nicht am Ort wohnt. Man kann verschiedene Dinge zeigen, die in der Nähe liegen. Vielleicht kann man ein kleines Feuer machen, an einer Feuerstelle mit schöner Aussicht, Fleich oder Wurst grillen und dazu etwas Nettes trinken. Ist man abenteuerlustig, kann man auch in einem Unterstand übernachten. Das finden sicherlich alle gut.

Für Urban ist das Wandern eine Gewohnheit. Wie ein automatisches Klavier, das von selbst spielt. Aber vereinzelt wird die Gewohnheit auch durchbrochen, zum Beispiel als er sich den Fuß gebrochen hatte. Da verspürte Urban trotzdem den dringlichen Wunsch rauszugehen und Bieber zu beobachten. Also ist er auf Krücken rausgehumpelt und dann später ins Krankenhaus gefahren, um den Fuß neu eingipsen zu lassen. Nicht nur einmal, sondern viermal. Weil der Gips sich immer wieder lockerte.

Hast du einen letzten Tipp für Wanderanfänger?

”Mein letzter Tipp ist: Mut haben sich zu verlaufen. Alte Gewohnheiten und Routinen loszulassen. Auf dem Nachhauseweg von der Arbeit den linken Abzweig zu nehmen oder mit dem Fahrrad einen anderen Weg einzuschlagen. Mut haben etwas zu tun, worauf man neugierig war, aber sich bisher nicht getraut hat. Denn wer weiß, was einen da hinten erwartet”, sagt Urban zum Abschluss.

Urban Axelsson

Lundhags-Freund, Bergführer, Lehrer/Ausbilder.

Wohnt: Mörsil, Jämtland.
Tage draußen pro Jahr: Jeden Tag.
Immer mit dabei in der Natur: Messer und Swarovski-Fernglas.